Wasser trinken – Hilft viel auch viel?

Wasser trinken - Hilft viel auch viel?

Wie wir wissen, besteht unser Körper zu 60 % aus Wasser. Über Getränke und Nahrung gewinnt unser Körper die Flüssigkeit, die er über den Tag verbraucht, wieder zurück. Aber wieviel Wasser sollen wir für diese Zwecke zu uns nehmen? Sind es wirklich die 2-3 Liter pro Tag,  wie ständig behauptet wird?

Eine Übersichtsarbeit von Valtin (2002) sagt zusammengefasst: “Lass deinen Durst entscheiden, wie viel du trinkst! Aber höre genau zu!”

Doch reichen bloße Körperzeichen wirklich aus oder ist es doch von Nöten, eine gewisse vorgegebene Menge an Wasser täglich zu konsumieren?

Wasser ist  für die Aufrechterhaltung des gesamten zellulären Stoffwechsels lebenswichtig. Dazu zählt die Verdauung, die Nährstoffversorgung der Zellen, den Abtransport von Abfallprodukten, die Regulation der Körpertemperatur, sowie das Auflösen von wichtigen Mineralstoffen.

Laut eines Reviews von Jéquier (2010) scheidet der Mensch über unsere natürlichen Wege 1-1,8 Liter Wasser aus, zu dieser Menge zählt beispielsweise der Wasserverlust über die Atmung und auch über die Haut in Form von Schweiß.

Ein sensibel abgestimmtes System schützt den Körper vor Dehydration

Der menschliche Organismus kann den Wasserhaushalt mit Hilfe von sensiblen Regulationsmechanismen selbständig aufrechterhalten (Barry, M. et al., 2010) und man hat bereits bei einem Flüssigkeitsverlust von 1-2% das Bedürfnis, zu trinken (Jéquiers et. al., 2010). Erst unter außergewöhnlichen Umständen, wie Krankheit, harte Arbeit, oder Anstrengung unter großer Hitze, können die Warnzeichen leicht übersehen werden, was zur Dehydration führt. (Shirreffs, 2005).

Der Hypothalamus gilt als wichtigstes Steuerungssystem

Der Hypothalamus – die Drüse – ist verantwortlich ist für unsere Körpertemperatur und einen ausbalancierten Wasserhaushalt. Er gilt auch als Initiator bei Wassermangel. Bei zu wenig Wasser im Blut schüttet er ein Antidiuretikum (Hormon) aus, das die Wasseraufnahme aus dem Blut durch die Nieren reduziert. Zu diesem Zeitpunkt gibt unser Gehirn das Signal, dass wir durstig sind. Wir müssen also etwas trinken, um unser Normalniveau wieder zu erreichen. Bis der Wasserhaushalt in allen Zellen wieder ausgeglichen ist, kann es allerdings bis zu 24 Stunden dauern.

Müde, Durstig und Schlapp: So fühlt sich Dehydration an

Die Anzeichen für einen Wassermangel im Körper sind ein trockener Mund, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit bis hin zur Lethargie und trockener Haut. Für einige von uns bedeutet der Wassermangel auch lästige Kopfschmerzen oder Migräne (Blau et al., 2004). Die genauen Ursachen für die Migräne sind jedoch ungeklärt. Experten vermuten, dass sich unsere Blutgefäße verengen und somit weniger Sauerstoff ins Gehirn geleitet werden kann. Im Falle einer Dehydration muss unser Körper mehr arbeiten, um alle Systeme am laufen zu halten, was wiederum zu Müdigkeit führen kann. Schon ein geringer Wassermangel von 1-2% kann laut Ganio et al. (2011) zu Konzentrationsstörungen, einer verminderten Gedächtnisleistung und schlechter Laune führen. Vor allem im Sommer ist es extrem wichtig, in regelmäßigen Abständen Flüssigkeit zu sich zu nehmen! Mehr dazu findest du unter: Richtig trinken im Sommer.

Achtung vor Wassermangel im Sport!

Da die Muskulatur zu 75 % aus Wasser besteht, kann sie unter Dehydration auch schneller ermüden. Das Blutvolumen beeinflusst den Blutdruck und die Herzfrequenz und wird insbesondere durch die Menge des zur Verfügung stehenden Wassers im Körper beeinflusst. Bei Wassermangel sinkt unser Blutvolumen und somit auch der Blutdruck. Die Folge daraus ist, dass die Herzfrequenz steigt. Vor allem Ausdauersportler sind durch diese unökonomische Arbeitsweise des Herz-Kreislauf-Systems beeinträchtigt, behauptet González-Alonso in seiner Studie von 1997. Aus diesem Grund ist es für die Leistungsfähigkeit von Sportlern besonders wichtig, den Wasserhaushalt möglichst konstant zu halten, also schon während des Sports zu trinken. Lies dazu auch unseren Artikel Wie viel sollte man trinken als Sportler.

Fazit

Wie viel Wasser man letztendlich trinken sollte hängt sehr stark von unserem Essverhalten, dem Klima und unseren Aktivitäten ab. Um temporäre Flüssigkeitsmängel und somit auch Leistungseinbußen im Alltag oder beim Sport zu vermeiden, ist es kein übertriebener Ratschlag, täglich 2-3 Liter zu trinken und vor allem genau auf die Zeichen des Körpers zu achten.

Euer eCoach*

Katzen trinken gerne

 

Quellen:

  • greatist.com/health/hydration-body-whats-really-happening
  • geiselmed.dartmouth.edu/news/2002_h2/pdf/8×8.pdf
  • iom.edu/Home/Global/News%20Announcements/~/media/Files/Activity%20Files/Nutrition/DRIs/DRI_Electrolytes_Water.ashx
  • nytimes.com/2008/03/04/health/nutrition/04real.html?_r=0
  • ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2908954/?tool=pubmed#!po=7.14286
  • mayoclinic.org/healthy-living/nutrition-and-healthy-eating/multimedia/functions-of-water-in-the-body/img-20005799?reDate=15122014
  • pluto.fhda.edu/sustainability/docs/WaterAsEssentialNutrient.pdf
  • ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22714078
  • ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9104860
  • ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14979888
  • ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21736786
  • ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16028568

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