Teil 3 unserer Diabetes-Reihe

Ist es der Zucker, der uns krank macht? Wie viel ist okay?
Bereits 1972 warnte ein angesehener Ernährungswissenschaftler, names Professor John Yudkin, dass zu viel Zucker viel gefährlicher sei als Fett. Er geht in seinen Ausführungen sogar so weit,  Zucker als Gift zu bezeichnen. Für Diabetiker ist Zucker im wahrsten Sinne  “Gift” und kann im schlimmsten Fall für den Betroffenen tödlich enden.

Zucker ist in unserer Nahrung allgegenwärtig.
Was viele nicht wissen: Lebensmittelhersteller mischen sogar Zucker in Lebensmittel, die pikant, würzig und sauer schmecken, denn Zucker ist nicht nur günstig, sondern gibt unserem Essen auch einen beliebten Geschmack und stimuliert das Belohnungszentrum im Gehirn – wie eine Droge. Zuckerfallen lauern also in fast allUnbenannt.PNGen Lebensmittel ohne dass der Verbraucher sich dessen bewusst ist. Denn Zucker hat viele Namen und kommt in den unterschiedlichsten Formen vor: Laktose in Milch, Fruchtzucker in Obst, Gerstenmalz in Bier, Stärke in Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln. Alles in allem bezeichnet man die verschiedenen Zuckerformen als “Kohlenhydrate”.

Zucker muss zur Energiegewinnung in die Körperzellen transportiert werden.
Jegliche Kohlenhydrate werden im Körper zum kleinsten gemeinsamen Baustein gespalten, “Glucose”, auch Trauben- oder Einfachzucker genannt. Die Umwandlung von Glucose in Energie muss aber letztendlich in unseren Körperzellen stattfinden, z.B. in Gehirn- oder Muskelzellen. Nach der Verdauung im Blut angekommen, gelangt die Glucose zu den einzelnen Zellen, wo sie aber nicht von selbst in die Zelle gelangen kann – das körpereigene Hormon “Insulin” wird benötigt, um die Tore zu öffnen. Insulin wird im Normalfall in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse produziert und immer dann freigesetzt, wenn die Glucosekonzentration im Blut über das normale Maß ansteigt, also immer nach dem Essen.

Überschüssiger Zucker wird in Fett umgewandelt
zucker.pngGlucose ist die Energiequelle Nr. 1 für unseren Körper. Energie brauchen wir für alle unsere Körperfunktionen und damit ständig. Das Problem ist aber, dass wir heutzutage mehr Zucker zu uns nehmen als wir eigentlich an Energie benötigen. Den Großteil des Tages verbringen wir vor dem Computer, auf der Couch oder in der Schule. Wird der empfohlene Tagesbedarf von 60-90g Zucker überschritten und sich nicht ausreichend bewegt, kann der Körper mit dem Überschuss an Energie nichts anfangen und wandelt diesen letztlich in Fettreserven um.

Vom Fettgewebe ausgeschüttete Hormone reduzieren den Zucker-Transport in die Zellen.

Fettgewebe, insbesondere das Bauchfett, produziert Hormone wie Leptin, Resistin, freie Fettsäuren und inflammatorische Marker, wie TNFα, IL-6. Diese Hormone bewirken, dass die Wirkung von Insulin, als “Türöffner” zu den Körperzellen, stetig nachlässt. Wenn Insulin aber nur noch eingeschränkt wirkt, dann kann die im Blut schwimmende Glucose auch nicht mehr in die Zellen transportiert werden. Folglich bleibt der Zuckerspiegel im Blut permanent hoch, aber in den Zellen kommt für die Energieproduktion nichts an.
Werden erhöhte Blutzuckerwerte gemessen, so spricht man von einer angehenden Insulinresistenz. Bleibt dies unbemerkt, verschlechtert sich das Krankheitsbild weiter.

Die Negativ-Spirale beginnt. Typ 2 Diabetes ist die Folge.
Der Weg des Zuckers in die Zellen ist mehr oder weniger versperrt, doch unser Körper ist nach wie vor auf Energie angewiesen. Aus diesem Grund wird ein „Zuckermangel“ gemeldet. Um den Energiebedarf des Körpers zu decken, schüttet die Leber ihre eigenen Glucose-Reserven aus, was den Blutzuckerspiegel weiter in die Höhe schießen lässt. Der Körper reagiert daraufhin mit einer noch höheren Ausschüttung von Insulin, was kurzfristig wieder Zucker in die Zellen bringt. Doch auch wenn die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse weiterhin Insulin produzieren, reagieren die Körperzellen am Ende nicht mehr darauf. Der Zeitpunkt, ab dem der Körper selbst nicht mehr in der Lage ist, den Zucker in die Zellen zu transportieren, wird als Typ 2 Diabetes bezeichnet.

Nachdem ihr erfahren habt, wie Typ 2 Diabetes entsteht, stellt sich die wohl wichtigste Frage: Kann ich etwas tun, um nicht an Diabetes zu erkranken? Die Antwort lautet “Ja”. Auch für die, die bereits eine Insulinresistenz oder einen ausgeprägten Typ 2 Diabetes haben, gibt es Maßnahmen, um gegen die Krankheit anzukämpfen. Dazu mehr im Teil 4 unserer Diabetes-Reihe.   


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