Teil 4 unserer Diabetes Reihe

Diabetes Typ 2 kann erbliche Ursachen haben. Ob man tatsächlich an Diabetes erkrankt, liegt jedoch in unserer eigenen Verantwortung. Studien belegen, dass 50 % der Menschen mit erhöhtem Risiko für Diabetes nicht zuckerkrank wurden, weil sie einen gesunden Lebensstil führen.

Durch körperliche Aktivität lässt sich das Typ-2-Diabetes-Risiko um 58%reduzieren.
Bevor es jedoch zu einer Ausprägung des Typ-2-Diabetes  kommt, wurden alle Risikofaktoren dafür ignoriert. Diese sind Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung! Die Lösung auf die Frage, wie sich Typ-2-Diabetes jetzt noch verhindern lässt, beziehungsweise wie ein Patient mit einer Insulinresistenz ohne Medikamente therapiert werden kann, erscheint genauso nahe liegend wie einfach – Bewegung und Sport!

Es wurde wissenschaftlich bestätigt, dass trotz bestehender Insulinresistenz, das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, allein mit körperlicher Aktivität und einer Ernährungsumstellung, um rund 58% gesenkt werden kann (Finish Diabetes Prevention Study; Tuomilehto & Wolf, 1987).  

Durch Sport wird  Zucker auch ohne Insulin in die Muskelzellen transportiert.
Wissenschaftler haben darüber hinaus herausgefunden, dass der Körper insulinunabhängig Glucose in die Zellen transportieren kann. Denn nicht nur Insulin, sondern auch körperliche Aktivität, regt die Zellen an Transportkanäle für Glucose in die Körperzellen zu bauen. Damit ersetzt Sport und Bewegung die Wirkung des Insulins auf die Zellen und kann ohne die Freisetzung des Hormons aus der Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel nachweislich senken.

Sport verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen.
Sport fördert das Abnehmen bzw. die Reduktion des Körperfetts, das wiederum maßgeblich an der Entstehung des Krankheitsbildes beteiligt ist. Weniger viszerales oder abdominales Fett bedeutet, dass weniger Hormone produziert werden, die die Insulinsensitivität der Zellen herabsetzen. Damit senkt körperliche Aktivität nicht nur akut den Blutzuckerspiegel, sondern verbessert auch die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Dieser Effekt lässt jedoch nach rund 48 Stunden wieder nach. Daher ist es wichtig regelmäßig zu trainieren, um den Blutzuckerspiegel langfristig zu senken. Untersuchungen zeigen zudem, dass bei bestehender Insulinresistenz sportliche Aktivität eine Alternative zur medikamentösen Therapie sein kann. Das heißt, auch wenn eine Insulinresistenz besteht, muss ein Patient weniger Insulin spritzen – oder eine Therapie mit Insulin lässt sich komplett aufschieben. Es gibt nur eine Bedingung – es muss regelmäßig Sport betrieben werden.

Ausdauersport senkt den Ruhepuls und Krafttraining erhöht den Energieverbrauch.
Wissenschaftler und Ärzte empfehlen eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauertraining mit mindestens 150 Minuten bei moderater Intensität. Joggen, Walken und Laufen haben den entscheidenden Effekt, dass der Ruhepuls gesenkt wird. Das Training an Geräten oder mit Gewichten hat jedoch einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Ausdauersport:  Je nach Intensität des Krafttrainings kann der Kalorienverbrauch höher ausfallen als beim Ausdauersport, das heißt bei einem Krafttraining purzeln mehr Pfunde.  

Das Training der Muskelkrafthat aber noch einen weiteren Vorteil, denn es verbessert nicht nur nachweislich die Knochendichte (Kelley, Kelley & Tran, 2001), sondern fördert zudem den Aufbau von Muskelmasse, die den Energieverbrauch zusätzlich in die Höhe treibt, selbst dann wenn die Patienten gar nicht aktiv sind. Beim Training sollten Patient zusätzlich berücksichtigen, dass intensive Ausdauereinheiten dem Aufbau von Kraft und Muskeln im Wege stehen, während das Krafttraining Ausdauerleistungen nicht stört (Baar, 2014).

Wissenschaftler fordern daher, dass das Kraftausdauertraining oder eine Kombination aus einem Kraft-Ausdauer- und Ausdauertraining einem reinen Ausdauertraining in jedem Fall favorisiert werden soll (Frech, Hillebrecht & Mooren).

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Quellen:

Baar, K. (2014). Using Molecular Biology to Maximize Concurrent Training. Sports Med, 44(2): 117–125. doi: 10.1007/s40279-014-0252-0.

Kelley, G., Kelley, K. & Tran, Z. (2001). Aerobic exercise and resting blood pressure: a meta-analytic review of randomized, controlled trials. Prev Cardiol. Spring, 4(2), 73-80.

Lindström, A., Louheranta, M. & Rastas, M. (2003). The Finnish Diabetes Prevention Study (DPS). Lifestyle intervention and 3-year results on diet and physical activity. Diabetes Care, 26(12), 3230-3236. https://doi.org/10.2337/diacare.26.12.3230.
Frech, T., Hillebrecht, A. & Mooren, F. (2014). Verbesserung des Glukosestoffwechsels und der Lebensqualität durch Sportintervention bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Diabetologie und Stoffwechsel, 9. doi: 10.1055/s-0034-1374869.


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